‘ JEDER MENSCH IST KÜNSTLER ‘

Heidelberg 2013 (DE)

Jeder Mensch ist Künstler / Everybody is an artist’ was a permanent exhibition for 2+ years, commissioned by the University of Heidelberg

Lisa Rossbach (Curator):
„Evolution, Information, Kommunikation, Interaktion – in den meist großformatigen Arbeiten der Künstlerfigur Zeitwille ist der Betrachter,
der Mensch, Teil eines progressiven Prozesses. Die für Zeitwille signifikanten Porträts weiblicher wie auch männlicher Erscheinung bilden in einer Serie großformatiger Arbeiten eine Grundlage – eine Grundlage für eben all jene Arten des gesellschaftlichen Tuns und Handelns. Dabei hebt sich das geschriebene Wort immer wieder in unterschiedlicher Form von den eigentlichen Bildern ab: als einzelne Satzteile, Zitate oder ganze Liedtexte. Eine klare Aussage geben diese jedoch nicht, sondern prägen zusätzlich die Wahrnehmung de Betrachters und somit letztendlich dessen Interpretation. Die Interaktion zwischen Mensch und Bild bleibt also nie aus, und somit ist die aktive Rolle des Betrachters Teil des progressiven Prozesses. Er wird unbewusst selbst zum Künstler.
Als technische Umsetzung dieser Zielsetzungen wird die sogenannte Stencil- oder Pochoir-Technik benutzt. Mit dieser aus dem Bereich der Urban-Art stammenden Technik, werden mittels Schablonen und Sprühfarbe Gesichter erschaffen, die oft einen verträumten, in Gedanken vertieften Eindruck machen und eine leise Poesie ausstrahlen. Die Zeit scheint für einen Moment angehalten und auf der Leinwand festgehalten worden zu sein – losgelöst aus dem Kontext stehen allein die Schönheit und der Anmut der Porträtierten im Vordergrund. Durch Farben oder Schriftzüge wird die Bildaussage erweitert und der Betrachter dazu aufgefordert, über die oberflächliche Ästhetik hinaus, das tiefer liegende, das Verborgene zu reflektieren.“
Comment:
In Zeiten von hoher visuellen Präsenz der modernen Umwelt und ständiger Informationsflut ist es von Nöten die Essenz allen Handelns zu ergründen, so auch in der Malerei. Die Technik des Pochoirs ermöglicht genau diese Reduktion auf das Wesentliche. Das Spiel der elementarsten visuellen Grundlagen aus Licht und Schatten erschafft Freiraum, einen Freiraum zur Deutung innerhalb eines gleichzeitig begrenzten und offenen Bereiches der visuellen Wahrnehmung. Kontrast und Helligkeit geben eine grobe und doch präzise Richtung vor. Das entgültige Bild ensteht in Hinsicht auf Gestalt, Form und Farbe unter der Maxime des Kontruktivismus in der aktiven Wahrnehmung des Betrachters. Durch gezieltes Hinzufügen und Weglassen von visuellen Informationsinhalten im Gemälde und bei der Umarbeitung des informellen Grundstocks wird der Versuch unternommen das komplexe Verhalten unserer Wahrnehmung zu untersuchen. Das aktive Betrachten überbrückt die visuelle Lücke einer Deutung zwischen Objektivem und Subjektivem. So wird der Mensch zum aktiven Gestalter seiner Umwelt und damit Künstler. Die Bereitsteller von Kunst im öffentlichem Raum, heute Street-Art und Urban-Art genannte agiert selbslos als Bereitsteller dieser Möglichkeiten. Fernab der plakativen und eingeschränkten Reizdarstellung urbaner Umgebungt hat Kunst im öffentlichen Raum die Aufgabe wieder Freiräume visueller Interpretation zu geben. Ein Fingerzeit und Hinweis auf das Schöne und Gute, auch den Humor und das Ephemerale, welches die Kunst im öffentlichen Raum genauso wie uns selbst in unserer Wahrnehmung und weltlichen Existenz begrenzt und erweitert.





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